MA Lektion 5
Online Bewerbungen bzw. E-Mail-Bewerbung und Initiativbewerbung
In dieser Lektion erhalten Sie einige Tipps für den Fall, dass Sie Ihre Bewerbung per E-Mail senden. Es kann zum Beispiel sein, dass die leitende Person der OGS nach einer ersten Kontaktaufnahme zu Ihnen sagt: “Senden Sie mir doch die Bewerbung per E-Mail”.
In diesem Fall handelt es sich um eine Online-Bewerbung, und zwar, um genauer zu sein, um eine E-Mail-Bewerbung. Gibt es denn noch andere Arten von Online-Bewerbungen? Ja, zum Beispiel wenn ein Unternehmen oder eine Institution ein Online-Bewerbungsportal eingerichtet hat. Dann kann man dort seine Bewerbungsunterlagen einfach hochladen. Doch davon später mehr.
Wenn Sie Bewerbung per E-Mail sendest, gibt es einige wichtige Schritte und Überlegungen:
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Betreffzeile: Verwenden Sie eine klare und aussagekräftige Betreffzeile, die den Zweck deiner E-Mail deutlich macht. Zum Beispiel: “Bewerbung für ein Praktikum als Pädagogische Betreuerin”
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Anrede: Beginnen Sie Ihre E-Mail mit einer höflichen Anrede, z.B. Sehr geehrte/r (Name der Kontaktperson) oder Liebes Recruiting-Team.
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Anhang: Fügen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen als Anhänge zur E-Mail hinzu. Typischerweise umfasst eine Bewerbung Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse. Diese Dokumente sollten als separate Dateien angehängt werden.
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Dateinamen: Benennen Sie Ihren Dateinamen klar und eindeutig, idealerweise mit Ihrem Namen und dem Inhalt der Datei. Zum Beispiel: Max_Mustermann_Lebenslauf.pdf.
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Dateiformate: Verwenden Sie gängige Dateiformate wie PDF für Ihre Bewerbungsunterlagen. PDFs bewahren das Format und die Formatierung deiner Dokumente, unabhängig von der verwendeten Software oder dem Betriebssystem des Empfängers.
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Text der E-Mail: Verfassen Sie einen kurzen, höflichen Text für Ihre E-Mail, in dem Sie sich für die Möglichkeit der Bewerbung bedanken, Ihre Motivation für die Position kurz darlegen und auf Ihre angehängten Bewerbungsunterlagen hinweisen.
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Abschluss: Beenden Sie Ihre E-Mail mit einer höflichen Grußformel wie Mit freundlichen Grüßen oder Freundliche Grüße, gefolgt von Ihrem Namen.
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Überprüfung: Bevor Sie die E-Mail abschicken, überprüfen Sie noch einmal sorgfältig alle Anhänge, den Tex
t der E-Mail und die Empfängeradresse, um sicherzustellen, dass alles korrekt ist.
Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Bewerbung per E-Mail professionell und vollständig ist und einen positiven Eindruck beim Empfänger hinterlässt. Eine E-Mail-Bewerbung ist im Grunde wie eine Bewerbungsmappe.
💡 Der Unterschied: Die Bewerbungsunterlagen sind im Anhang.
Die Initiativbewerbung
Sie können sich jederzeit in einer bestimmten Offenen Ganztagsschule oder bei einem Träger der Kinder- und Jugendhilfe oder in einer Institution bewerben, unabhängig davon, ob eine Stelle ausgeschrieben ist oder nicht.
Was ist eine Initiativbewerbung?
Eine Initiativbewerbung ist eine Bewerbung, die nicht auf eine konkrete Stellenausschreibung hin erfolgt. Stattdessen bewirbt sich die Person proaktiv bei einem Unternehmen, um auf sich aufmerksam zu machen und ihre Fähigkeiten und Qualifikationen vorzustellen, in der Hoffnung, dass sich eine passende Position ergibt.
Der entscheidende Unterschied zur klassischen Bewerbung besteht darin, dass der Arbeitgeber nicht aktiv nach einem neuen Mitarbeiter sucht oder zumindest keine entsprechende Stellenanzeige veröffentlicht hat. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denken, dass man sich nur bewerben kann, wenn es eine offizielle Stellenanzeige gibt. Aber das ist nicht so. Arbeitnehmer können sich jederzeit in einem Unternehmen oder einer Institution bewerben.
Initiativbewerbungen können besonders dann sinnvoll sein, wenn man ein starkes Interesse an einer bestimmten Offenen Ganztagsschule oder an einem bestimmten Träger hat. oder wenn man in einem bestimmten Bereich arbeiten möchte, in dem häufig unbesetzte Stellen nur durch interne Empfehlungen oder ungeplante Bewerbungen besetzt werden. Sie bieten Bewerbern die Möglichkeit, sich frühzeitig in Erinnerung zu bringen und zeigen Eigeninitiative, was viele Unternehmen schätzen.
Vorteile einer Initiativbewerbung
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Weniger Wettbewerb:
Da keine Stellenanzeige existiert, ist die Konkurrenz geringer. Es gibt keine große Anzahl an Mitbewerbern, wie dies bei öffentlich ausgeschriebenen Stellen oft der Fall ist. -
Zeichen von Eigeninitiative und Motivation:
Unternehmen, aber auch die Träger der Kinder- und Jugendhilfe schätzen oft Kandidaten, die von sich aus aktiv werden. Eine Initiativbewerbung zeigt, dass du nicht nur an einem Job, sondern speziell an dieser speziellen Einrichtung interessiert bist. -
Verborgene Stellenangebote:
Nicht alle offenen Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. Viele Unternehmen besetzen Positionen durch interne Netzwerke oder Initiativbewerbungen. Mit einer proaktiven Bewerbung kannst du die Chance erhöhen, auf eine solche unbesetzte Stelle aufmerksam gemacht zu werden. -
Aufbau eines Netzwerks:
Auch wenn keine direkte Stelle verfügbar ist, können Initiativbewerbungen helfen, ein Netzwerk aufzubauen. Unternehmen behalten oft vielversprechende Bewerbungen für spätere Gelegenheiten im Hinterkopf. Wenn der OGS-Leitung bzw. dem Träger die Bewerbung gefällt, dann melden sich die Personalverantwortlichen vielleicht, wenn eine Stelle frei wird. Da es in diesem Bereich Personalmangel gibt, kann das manchmal schneller gehen als gedacht.
Worauf muss man bei einer Initiativbewerbung achten?
Auch wenn eine Initiativbewerbung etwas unkonventioneller ist als eine klassische Bewerbung, gelten einige grundlegende Regeln, um die Chancen auf Erfolg zu maximieren.
1. Recherchiere die Grundschule, die Offene Ganztagsschule und den Träger genau
Bevor du eine Initiativbewerbung abschickst, solltest du gründlich recherchieren. Versuche, Informationen über die Pädagogische Konzeption und die Arbeitsschwerpunkte der Einrichtung und mögliche Stellen, die zu deinem Profil passen könnten, zu sammeln. Das zeigt nicht nur dein Interesse, sondern ermöglicht es dir auch, deine Bewerbung besser auf das Unternehmen zuzuschneiden.
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Welche Aspekte der Päd
agogischen Konzeption der OGS interessieren dich? -
Gibt es Hinweise auf Personalbedarf, z.B. in der Presse oder auf der Website des Unternehmens?
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Welche Werte und Ziele verfolgt der Träger? Hier gibt es manchmal Unterschiede. Z.B. zeigt ein Vergleich von Arbeiterwohlfahrt (AWO) und den Kirchen, dass die Organisationen jeweils durchaus spezifische Ziele haben. Auch wenn es natürlich Gemeinsamkeiten gibt.
Diese Informationen helfen dir, eine maßgeschneiderte Bewerbung zu schreiben, die zeigt, warum du gerade dort arbeiten möchtest.
2. Zielgerichtetes Anschreiben
Das Anschreiben ist das Herzstück deiner Initiativbewerbung und sollte gut durchdacht sein. Da du dich auf keine konkrete Stelle bewirbst, musst du klar formulieren, warum du für das Unternehmen interessant bist und welche Positionen oder Aufgaben du dir vorstellen könntest.
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Personalisierung: Achte darauf, das Anschreiben an eine bestimmte Person zu richten. Ideal ist es, den zuständigen Personalverantwortlichen oder Abteilungsleiter ausfindig zu machen.
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Selbstbewusster Einstieg: Beginne das Anschreiben mit einem selbstbewussten Einstieg. Du solltest sofort klar machen, warum du für das Unternehmen wertvoll sein könntest. Ein Beispiel könnte sein: „Seit einiger Zeit verfolge ich die Entwicklung Ihrer OGS und bin beeindruckt von Ihrer pädagogischen Arbeit. Daher möchte ich meine Fähigkeiten und Erfahrungen im Rahmen einer Initiativbewerbung bei Ihnen einbringen.
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Konkreter Nutzen: Zeige auf, welchen konkreten Mehrwert du für die Einrichtung bieten kannst. Statt nur allgemein zu betonen, dass du “engagiert und motiviert” bist, stelle deine Fähigkeiten in den Vordergrund und erkläre, wie diese zur Entwicklung der OGS beitragen könnten.
3. Stärken klar hervorheben
Da keine Stellenbeschreibung vorhanden ist, musst du proaktiv die Brücke zwischen deinen Fähigkeiten und potenziellen Aufgaben in der OGS schlagen. Betone deine Stärken und wie sie konkret zu den Zielen oder Projekten der OGS passen könnten.
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Liste deine relevanten Fähigkeiten auf und erkläre, wie du diese in die Unternehmensstruktur einbringen kannst.
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Nutze Beispiele aus früheren Tätigkeiten, um deine praktischen Erfahrungen zu verdeutlichen.
4. Flexibilität und Offenheit
Da nicht klar ist, ob und in welcher Form die OGS deiner Wahl bzw. der Träger tatsächlich neue Mitarbeiter sucht, solltest du in der Bewerbung deine Flexibilität und Offenheit für verschiedene Positionen oder Aufgabenbereiche betonen. Allerdings solltest Du auch darauf achten, nicht zu vage zu bleiben – es ist wichtig, dass du eine klare Vorstellung von den Bereichen vermittelst, in denen du tätig werden möchtest.
5. Lebenslauf und Bewerbungsunterlagen anpassen
Dein Lebenslauf sollte – wie bei jeder Bewerbung – gut strukturiert und auf die potenziellen Anforderungen der Einrichtung zugeschnitten sein. Da es keine spezifischen Anforderungen gibt, kannst du dich stärker auf Fähigkeiten und Erfolge konzentrieren, die zu den Unternehmenszielen passen könnten.
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Betone berufliche Erfolge und Projekte, die du in der Vergangenheit durchgeführt hast und die für das Unternehmen von Interesse sein könnten.
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Zusätzliche Qualifikationen wie Fortbildungen, Sprachkenntnisse oder technologische Fähigkeiten können ebenfalls von Bedeutung sein.
6. Nachfassen
Nach dem Versenden einer Initiativbewerbung ist es sinnvoll, nach einer angemessenen Wartezeit (etwa zwei bis drei Wochen) nachzufassen. Ein kurzes, freundliches Telefonat oder eine E-Mail kann den Kontakt vertiefen und deinem Interesse mehr Nachdruck verleihen.
7. Geduld und Ausdauer
Bei Initiativbewerbungen ist Geduld gefragt. Da es keine ausgeschriebene Stelle gibt, kann es länger dauern, bis du eine Rückmeldung erhältst oder eine passende Möglichkeit gefunden wird. Dennoch: Durch das Dranbleiben und möglicherweise weitere Gespräche kannst du dein Interesse aufrechterhalten und die Chancen erhöhen, dass das Unternehmen sich an dich wendet, wenn eine Position frei wird.
⚡ Häufige Fehler bei Initiativbewerbungen
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Unzureichende Recherche:
Bewerber senden oft unpersönliche, standardisierte Schreiben ohne Bezug zum Unternehmen. Das zeigt mangelndes Interesse und verringert die Chancen auf eine Rückmeldung. -
Unklare Zielsetzung:
Wenn nicht klar ist, in welchem Bereich oder in welcher Funktion du arbeiten möchtest, erschwert dies dem Unternehmen die Zuordnung und Entscheidung. -
Zu allgemein oder zu spezifisch:
Eine zu allgemeine Bewerbung ohne konkreten Bezug auf die Einrichtung wirkt beliebig, während eine zu spezifische Bewerbung den Eindruck erwecken kann, dass du nur eine bestimmte Aufgabe ausüben willst, die eventuell nicht vorhanden ist.
💡 Zusammenfassung
Die Initiativbewerbung ist eine hervorragende Möglichkeit, selbst die Kontrolle über den Bewerbungsprozess zu übernehmen und sich proaktiv bei einem Wunschunternehmen ins Gespräch zu bringen.
Sie erfordert allerdings gründliche Recherche, eine klare Selbstpräsentation und eine maßgeschneiderte Bewerbung.
Wer strategisch vorgeht, seine Stärken herausarbeitet und der OGS bzw. dem Träger zeigt, welchen Mehrwert er bietet, kann mit einer Initiativbewerbung seine Chancen auf eine Anstellung deutlich erhöhen.
Geduld, Flexibilität und die Bereitschaft, nachzufassen, sind ebenfalls entscheidend, um langfristig erfolgreich zu sein.
Gut gemacht! Weiter so! 🙂