Lektion 4
Der mündliche Teil der Bewerbung das Vorstellungsgespräch
Der typische Aufbau eines Vorstellungsgesprächs
Der Aufbau eines Vorstellungsgesprächs ist bei jeder Einladung ähnlich. Es gibt ein paar Punkte, die oft wiederkehren und diese wollen wir im Folgenden besprechen.
Vielleicht sind Sie etwas aufgeregt vor dem Vorstellungsgespräch?
Eine erste gute Nachricht:
Aufregung steigert die Konzentration, so dass man in Situationen, wie Prüfungen oder Vorstellungsgesprächen oft über sich selbst hinauswächst. Einige psychologische Studien deuten darauf hin, dass ein positiver Stress dabei hilft, besondere Herausforderungen zu bewältigen. Die Aufregung darf allerdings nicht zu groß sein. Wie Sie mit übermäßiger Aufregung vor und im Vorstellungsgespräch umgehen, dazu später mehr.
Mit welchen Fragen kann man nun im Vorstellungsgespräch rechnen?
Im folgenden können Sie den Ablauf eines Vorstellungsgesprächs sehen:
Der Aufbau eines Vorstellungsgesprächs
Ein Vorstellungsgespräch ist eine wichtige Phase im Bewerbungsprozess, in der Arbeitgeber und Bewerber die Möglichkeit haben, sich gegenseitig kennenzulernen und herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Der Aufbau eines Vorstellungsgesprächs kann je nach Unternehmen, Position und Interviewer variieren, folgt jedoch im Allgemeinen einem ähnlichen Muster.
💡 Beim Vorstellungsgespräch gibt es zwei Aufgaben zu lösen:
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Einen Beziehungsaufbau in einer Situation, die von psychischen Druck und Aufregung geprägt ist
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Die sachliche Darstellung der eigenen Kompetenzen und beruflichen Qualifikationen.
Wenn man beides gut bewältigt, dann hat man allerbeste Chancen darauf, die angestrebte Stelle zu erhalten. Hier nun der typische Aufbau eines Vorstellungsgesprächs, der in der Realität natürlich immer etwas anders sein kann:
Begrüßung und Smalltalk
Am Anfang steht die Begrüßung. Wenn Sie beispielsweise die leitende Person der OGS empfängt, wird sie Sie wahrscheinlich begrüßen, Ihre Hand entgegenstrecken und Ihren Namen sagen. Wenn Sie dieser Person die Hand geben, sollten Sie ebenfalls Ihren Vor- und Zunamen sagen und den Gruß erwidern.
Hier nun schon ein erster wichtiger Tipp: Schauen Sie der Person in die Augen.
Psychologen und Kommunikationsberater wissen:
Der Blick in die Augen erzeugt Vertrauen und hinterlässt einen positiven, glaubwürdigen Eindruck. Dieser Tipp gilt auch für die weiteren Abschnitte des Vorstellungsgesprächs. Auch im Verlauf des Gesprächs sollten Sie der oder den Personen, die das Gespräch führen, immer mal wieder in die Augen schauen. Machen Sie sich diese Praxis bewusst, denn wenn man aufgeregt ist, vergisst man das oft und schaut zur Seite, um unbewusst auszuweichen. Das wirkt unsicher und wenig kompetent.
💡 Ein sicherer aufrichtiger Blick in die Augen dagegen wirkt selbstbewusst und vertrauenswürdig.
Im Zusammenhang mit der Begrüßung gibt es oft schon die erste Aufgabe, die man gut bewältigen sollte. Oft wird hier ein kurzer Smalltalk geführt, zum Beispiel könnte der Interviewer fragen: “Haben Sie gut hierher gefunden?”. Dann kann man etwa antworten: “Ja, die Busverbindung von mir hierher ist sehr gut, ich habe alles gut gefunden.” Es ist wichtig, dass man auf den Smalltalk eingeht und das Gespräch eine Weile hält, auch wenn man vielleicht aufgeregt ist und es gar nicht so einfach ist.
💡An dieser Stelle kann man zeigen, dass man über die soziale Kompetenz verfügt, sich auch mit einem Fremden zu unterhalten.
Warten Sie dann, bis Ihnen ein Platz angeboten wird und setzen Sie erst dann hin.
Vorstellung des Unternehmens und Darstellung der Stelle
Der Interviewer kann eine kurze Einführung in das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle geben. Dabei werden möglicherweise Informationen über die Unternehmenskultur, die Arbeitsumgebung und die Erwartungen an den zukünftigen Mitarbeiter vermittelt.
Eigene Vorstellung
Hier wird vom Interviewer oft die Aufforderung formuliert: “Bitte stellen Sie sich einmal vor”. In diesem Abschnitt können Sie dann Ihren Namen sagen und sich mit den wichtigsten Abschnitten Ihrer beruflichen Laufbahn vorstellen. Dabei sollten Sie gezielt Beispiele bringen, bei denen Ihnen beruflichen Aufgaben besonders gut gelungen sind. Stellen Sie Ihre Stärken in den Mittelpunkt. Üben Sie auch Ihre Qualifikationen zu formulieren.
Daran anknüpfend: Frage und Antworten
Der Hauptteil des Vorstellungsgesprächs besteht aus einem Frage- und Antwort-Abschnitt. Dieser Abschnitt knüpft an die berufliche Vorstellung bei Punkt 3 an. Der Interviewer stellt Fragen, die darauf abzielen, mehr über die Qualifikationen, Fähigkeiten, Erfahrungen und die Persönlichkeit des Bewerbers zu erfahren. Gleichzeitig hat der Bewerber die Gelegenheit, Fragen zu stellen, um mehr über das Unternehmen, die Position und die Arbeitsbedingungen zu erfahren. Meistens werden nach den Fragen zur Qualifikation Fragen zum Bereich der Sozialen Kompetenzen, wie etwa Teamfähigkeit, gestellt.
Lösen einer beruflichen Situation
Oftmals kommt es im Vorstellungsgespräch vor, dass die sich bewerbende Person eine Aufgabe vorgelegt bekommt. So wird etwa eine berufliche Situation beschrieben und die sich bewerbende Person soll sagen, wie sie diese löst. Z.B. “Zwei Kinder haben einen Streit.” “Wie lösen Sie den Konflikt?”
Haben Sie noch Fragen?
Am Ende des Bewerbungsgesprächs fragt der Interviewer meistens: “Haben Sie noch Fragen?”
‼️ Ganz wichtig:
Man sollte unbedingt eine Frage stellen. Dafür ist es wichtig, sich vorzubereiten. Sie können beispielsweise Fragen zum Pädagogischen Konzept stellen oder zur Phase der Einarbeitung. Auch spezifische Fragen, wie etwa die nach der Kommunikation mit den Eltern, sind möglich. Auf jeden Fall muss man sich dafür vorher etwas mit der Einrichtung auseinandersetzen. Wenn Sie eine Frage stellen, zeigt dies Interesse und Engagement.
Abschluss und Ausblick
Am Ende des Vorstellungsgesprächs gibt der Interviewer in der Regel eine Einschätzung darüber, wie es weitergeht. Dies kann z.B. eine Wartezeit für eine Entscheidung umfassen. Der Bewerber hat auch die Möglichkeit, sein Interesse an der Stelle zu bekunden und seine Dankbarkeit für die Gelegenheit zum Gespräch auszudrücken.
Verabschiedung
Das Vorstellungsgespräch endet mit einer höflichen Verabschiedung seitens des Interviewers und des Bewerbers.
Die Bedeutung der nonverbalen Sprache im Bewerbungsgespräch
In einem Bewerbungsgespräch spielt die nonverbale Kommunikation eine entscheidende Rolle. Während das gesprochene Wort wichtig ist, senden auch Körperhaltung, Gestik, Mimik und Augenkontakt subtile Signale, die einen starken Einfluss auf den Gesamteindruck des Bewerbers hinterlassen können.
Nonverbale Signale im Bewerbungsgespräch
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Körperhaltung: Eine aufrechte und offene Körperhaltung signalisiert Selbstbewusstsein und Engagement. Vermeiden Sie es, sich zurückzulehnen oder die Arme vor der Brust zu verschränken, da dies Unwillen oder Desinteresse zeigen könnte.
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Gestik: Moderate Gesten können Ihre Aussagen unterstützen und Energie vermitteln. Übermäßige Gestikulation kann jedoch als nervös oder unruhig wahrgenommen werden. Passen Sie Ihre Gesten dem Gesprächsfluss an und vermeiden Sie übermäßige Ablenkungen.
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Mimik: Ein authentisches Lächeln und ein angemessener Gesichtsausdruck können Sympathie und Freundlichkeit vermitteln. Achten Sie darauf, Ihre Mimik dem Gesprächsinhalt anzupassen, um Ihre Emotionen angemessen auszudrücken.
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Augenkontakt: Blickkontakt ist ein wichtiger Bestandteil der nonverbalen Kommunikation. Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner regelmäßig in die Augen, um Vertrauen und Interesse zu zeigen. Vermeiden Sie jedoch starren Blickkontakt, der als aggressiv oder unangenehm empfunden werden kann.
Tipps zum angemessenen Verhalten
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Vorbereitung: Bereiten Sie sich gründlich auf das Bewerbungsgespräch vor, um Selbstvertrauen auszustrahlen und nervöse Signale zu minimieren. Üben Sie vor dem Spiegel, um Ihre nonverbale Kommunikation zu verbessern.
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Atmung und Entspannung: Achten Sie auf Ihre Atmung und versuchen Sie, während des Gesprächs ruhig zu bleiben. Tiefe Atemzüge können dabei helfen, Anspannung abzubauen und Ihre nonverbale Kommunikation positiv zu beeinflussen.
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Authentizität: Seien Sie authentisch und zeigen Sie Ihre Persönlichkeit im Gespräch. Eine natürliche und ehrliche nonverbale Kommunikation wirkt überzeugender als eine übertriebene oder aufgesetzte Darstellung.
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Empathie: Zeigen Sie Empathie und Interesse an Ihrem Gesprächspartner. Hören Sie aktiv zu, nehmen Sie nonverbale Signale wahr und reagieren Sie angemessen darauf, eine positive Gesprächsatmosphäre zu schaffen.
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Nachbereitung: Reflektieren Sie nach dem Gespräch Ihre nonverbale Kommunikation und identifizieren Sie mögliche Bereiche zur Verbesserung. Diese Selbstreflexion kann Ihnen helfen, Ihre Fähigkeiten im Umgang mit nonverbalen Signalen weiter zu entwickeln.
Eine bewusste und angemessene nonverbale Kommunikation kann den Gesamteindruck im Bewerbungsgespräch maßgeblich beeinflussen. Indem Sie Ihre Körperhaltung, Gestik, Mimik und Augenkontakt gezielt einsetzen, können Sie Ihr Selbstvertrauen stärken und einen positiven Eindruck beim potenziellen Arbeitgeber hinterlassen.
🙂 Gute Arbeit! Weiter so!